Komplette Zahnsanierung: Kostenübernahme

Wer übernimmt Kosten bei Komplett-Zahnsanierung?

Für die meisten Deutschen stellt der Besuch beim Zahnarzt noch immer eine der furchterregendsten Situationen des täglichen Lebens dar. Zahlreichen Lebensmitteln wird heute eine große Menge an Zucker beigemischt, um trotz günstiger Zutaten einen angenehmen Geschmack zu erzeugen. Gemeinsam mit einer mangelhaften Zahnhygiene sorgt der Konsum dieser Lebensmittel schnell für eine irreparable Beschädigung an den Zähnen. Viele Deutsche wagen sich jedoch erst dann zum Zahnarzt, wenn es bereits zu spät ist.

Insbesondere bei deutlich sichtbaren Zahnschäden haben zahlreiche Patienten nicht nur Angst vor einer schmerzhaften Behandlung, sondern ebenfalls vor einer hohen Rechnung. Speziell bei langwierigen Verfahren wie der Komplettsanierung des Gebisses können mitunter Kosten in Höhe von mehreren zehntausend Euro entstehen. Von der Krankenkasse brauchen sich Patienten jedoch kaum Unterstützung erhoffen. Daher lohnt sich der Abschluss einer gesonderten Zahnersatzversicherung bzw. Zahnergänzungsversicherung. Nachfolgend erfahren Sie, wie sich diese Kosten zusammensetzen und wer diese letztlich tragen muss.

Wann ist eine komplette Zahnsanierung notwendig?

Als Komplettsanierung wird eine Behandlung bezeichnet, bei der über die Hälfte aller im Mund befindlichen Zähne einer professionellen Zahnsanierung unterworfen werden. Sie ist immer dann notwendig, wenn zahlreiche kleinere Schäden am Gebiss über mehrere Jahre nicht behandelt werden. In diesen Fällen verschlechtert sich der Zustand der Zähne so stark, dass selbst die Zahnsubstanz beschädigt wird. Bleibt die Behandlung aus, so riskieren die Betroffenen sogar einen Zahnverlust.

Die Notwendigkeit einer Gebisssanierung steht nicht immer in Zusammenhang mit einer mangelhaften Zahnhygiene. Die Haltbarkeit der Zahnsubstanz ist zu einem großen Teil genetisch bedingt. Dadurch leiden selbst Personen, die großen Wert auf eine präzise Zahnhygiene legen, manchmal an unvermeidbaren Zahnschäden, die im Laufe der Zeit immer weiter zunehmen. Eine Gebisssanierung kommt daher bei allen Menschen mit großflächigem Karies oder stark ausgebreiteten Wurzelerkrankungen infrage. Schließlich kann eine Komplettsanierung auch dann helfen, wenn Patienten bereits einen Großteil ihrer Zähne verloren haben und lediglich Wurzelreste im Kiefer verblieben sind.

Was beinhaltet eine Komplettsanierung der Zähne?

Eine vollständige Gebisssanierung umfasst in der Regel das Anfertigen von Füllungen und Kronen, die Behandlung der Wurzeln sowie die Verblendung der Zähne durch Veneers (siehe Zahnverblendung, Zähne verblenden). Natürlich steht darüber hinaus ebenfalls der Zahnersatz im Fokus einer jeden Behandlung. Bei größeren Lücken ist jedoch oftmals das Einsetzen einer Brücke nicht mehr möglich. Aus diesem Grund werden vorrangig Voll- oder Teilprothesen für diesen Zweck verwendet. Dabei bestimmen die anatomischen Gegebenheiten des Gebisses, welcher Zahnersatz sich am besten eignet.

Eine Teilprothese kann jedoch nur dann eingesetzt werden, wenn maximal sechs Zähne überspannt werden müssen. In den meisten Fällen ist diese Möglichkeit jedoch nicht gegeben, da es den Betroffenen an gesunden Zähnen mangelt. Aus diesem Grund wird die Vollprothese deutlich häufiger eingesetzt. Diese ersetzt entweder den gesamten unteren oder oberen Kiefer und stellt dadurch dessen Funktionalität wieder her.

Welche Kosten entstehen durch die Zahnsanierung?

Eine vollständige Gebisssanierung ist stets mit hohen Kosten verbunden. Die genauen Preise unterscheiden sich bei jedem Anbieter. Neben dem Anfertigen und Einsetzen der Prothese sind die Preise ebenfalls von den Mehrbelastungen im Rahmen der Vorbehandlung und dem Gewinn des Zahnarztes abhängig. So werden sie unter anderem von der Anzahl der extrahierten Zahnreste und dem Umfang der Parodontose-Behandlung beeinflusst (vgl. Abrechnung der Kosten für die Komplettsanierung der Zähne).

Bereits eine einzige Krone kostet zwischen 600 und 1.300 Euro. Darüber hinaus verlangen die meisten Zahnärzte für eine dreigliedrige Brücke bis zu 3.000 Euro. Bei Zahnimplantaten variieren die Preise jedoch sehr stark. So sind einzelne Zähne bereits für 1.800 Euro erhältlich, obwohl sie meist zwischen 3.000 und 3.4000 Euro kosten. Besonders kostspielig ist eine Brückenversorgung auf acht Implantat-Pfeilern. Für diese sind Preise zwischen 14.000 und 17.000 Euro üblich. Schließlich ist oft auch ein Knochenaufbau vor dem Einsetzen eines Implantats erforderlich, der bis zu 3.200 Euro kosten kann.

Grundsätzlich wird die Zahnsanierung mit einer örtlichen Betäubung durchgeführt. Wer für diese Behandlung jedoch eine Vollnarkose benötigt, muss mit zusätzlichen Kosten rechnen. Eine Vollsanierung unter Narkose kostet zusätzlich 300 Euro für jede erste Behandlungsstunde eines Behandlungstags und meist ca. 150 Euro für jede weitere. Dieser hohe Preis entsteht, da bei einer Vollnarkose nicht nur der Zahnarzt, sondern auch ein Anästhesist anwesend sein muss.




Kosten für Komplettsanierung der Zähne

( gena96 / Fotolia)

Die Kostenbeteiligung der Krankenkassen

Bei der Kostenbeteiligung am Zahnersatz gibt es massive Unterschiede zwischen der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) und der privaten Krankenversicherung (PKV).

► Bei der GKV werden seit 2005 feste Zuschüsse für bestimmte Leistungen gewährt. Dabei ist gesetzlich vorgeschrieben, dass ein professioneller Zahnersatz immer dann zur Regelversorgung gehört, wenn eine hohe Zahnlosigkeit im Ober- oder Unterkiefer besteht. Die Krankenkasse übernimmt jedoch nur 50 Prozent der für die Vollsanierung entstehenden Kosten. Die GKV beteiligt sich außerdem nur an einer preiswerten Metallprothese, die für die meisten Patienten weder eine Komfort- noch eine Funktionsverbesserung darstellt.

Private Krankenversicherungen (PKV) verfügen hingegen über einen individuellen Leistungsumfang. Privatversicherte sollten deshalb genau prüfen, welche Leistungen von ihrem Anbieter übernommen werden. Im Gegensatz zur GKV bieten jedoch nahezu alle PKV einen Tarif, in dem sowohl ein Inlay als auch eine Amalgam-Sanierung übernommen werden. In einigen Fällen werden sogar ein Großteil des Implantats sowie die Vollnarkose vom Anbieter getragen. Dadurch bieten die PKV ihren Versicherten fast immer einen deutlich besseren Leistungsumfang als die gesetzlichen Krankenkassen im Rahmen des GKV-Systems.

Sonderregelungen im Härtefall

Bei Patienten mit niedrigem Einkommen und Hartz-IV-Empfängern liegt jedoch ein sogenannter Härtefall vor. Die GKV sind verpflichtet, bedürftigen Personen im Härtefall den doppelten Festzuschuss zu gewähren. Das bedeutet jedoch längst nicht, dass diese Personengruppen ihren Zahnersatz kostenfrei erhalten. Es wird nur der gesamte Preis für eine in der Praxis unbrauchbare Metallprothese erstattet. Die erforderlichen Aufwendungen für Vollnarkose, Inlay oder Amalgam-Sanierung müssen Versicherte der GKV stets selbst aufbringen. Dadurch lohnt es sich oftmals, eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen.

Kostenbeteiligung durch Zahnzusatzversicherungen

Zahnzusatzversicherungen haben meist einen ähnlichen Leistungsumfang wie die Zahnbehandlungs-Komponente von PKV-Vollversicherungen. Sie können jedoch meist nur dann abgeschlossen werden, wenn der Versicherte aktuell über keine Zahnprobleme verfügt. Dafür müssen die Patienten ihren Zahnarzt von der Schweigepflicht gegenüber der Versicherung entbinden.

In der Praxis haben sich zwei unterschiedliche Verfahren etabliert. Die Zahnzusatzversicherung übernimmt entweder einen im Vorfeld vereinbarten Anteil des Rechnungsbetrags oder der Restkosten für die Vollsanierung. Schließt ein Patient mit gesetzlicher Krankenversicherung eine Versicherung mit über 50 Prozent des Rechnungsbetrags ab, so muss er unter Umständen nicht einmal etwas für die Vollsanierung seines Gebisses zuzahlen.

Quellen und weiterführende Ressourcen:

Zahnversicherungen für Ihre Zähne


Zahnversicherung Vergleich

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